#Bahncheck – das war wohl nichts, liebe ARD

Die ARD brachte gestern eine 45-minütige Sendung über die Bahn, die Pünktlichkeit, Preise, Sauberkeit. Wer sachlichen Journalismus erwartete wurde allerdings enttäuscht. Bahnbashing ist ja so in Mode, da macht auch mal das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit um gute Einschaltquoten zu erreichen.

Zuerst wollte man, daß ein paar Leute die sonst selten Bahn fahren binnen fünf Minuten am Automaten die günstigste Fahrkarte lösen. Schaffte nur einer. Nebenbei wurde sich aufgeregt, daß es doch für diese Strecke drei unterschiedliche Fahrpreise geben würde. Daß mindestens einer davon nicht von der Bahn sondern dem örtlichen Verkehrsverbund ist, wurde aber verschwiegen. Die anderen beiden dürften vermutlich mit und ohne Nutzung Fernverkehrszüge sein.

Dann ging es um den Kauf einer Fernverkehrsfahrkarte für 2 Personen H+R von Wuppertal nach Bayreuth. Das Internet wie auch die Reisezentren verlangten 338 €, bei einer privaten Agentur waren es nur 258 €, weil der die Fahrkarte stückelte. Okay, kleiner Trick kann man gelten lassen.

Allerdings wäre es selbst hier noch günstiger gegangen, was aber selbst der „Experte“ in der privaten Reiseagentur verschwieg:

Entweder der Erwerb einer Probebahncard 25 und somit nochmal 25 % Ermäßigung auf den Preis von 258 € (ja, das hätte sich gerechnet!) oder

Prüfung ob Buchung via Ltur oder Busliniensuche etwaige Sondersparpreise zu 27 bzw. 29 € ausgeworfen hätte. Vermutlich wäre dann aber das Bahnbashing zusammengebrochen, wenn sich da was gefunden hätte.

Was auch verschwiegen wurde: wie lange im voraus die Fahrkarte hätte gekauft werden sollen. Je länger im voraus, desto günstiger sind die regulären Sparpreise. Bei langfristiger Buchung sind dann so Schnäppchen wie Magdeburg – München 1. Klasse für 29,25 € (nach BC25-Rabatt) drin.

Sich über schmutzige Toiletten beschweren kann man, aber das sollte man dann nicht bei der Bahn tun sondern bei denen, die die Toiletten und Wagen verschmutzen. Bei der Bahn werden die Züge in der Regel nachts gereinigt und gehen dann morgen sauber in den Plandienst. Nur kann die Bahn doch wohl nicht auch noch alle Stunde einen Reinigungstrupp durch den fahrenden Zug schicken.

Dann kam der Hammer für meine Begriffe. Jemand verpasste seinen Anschluß um zehn Minuten und hatte dadurch ne Stunde Wartezeit. Die ARD meinte daher, die Pünktlichkeitszahlen der Bahn würden nicht stimmen, weil der Fahrgast nicht nur zehn Minuten sondern über eine Stunde zu spät am Ziel angekommen sein. Daß aber tatsächlich nur ein Zug zehn Minuten Verspätung hatte und alle anderen pünktlich fuhren, vergißt man dabei mal schnell. Die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn bezieht sich auf die Pünktlichkeit der Züge und nicht auf die Pünktlichkeit der darin sitzenden Reisenden. Dazwischen gibt es nun mal Unterschiede.

Fazit: viel heiße Luft und wenig Sachlichkeit. Aber mit sachlicher Recherche wäre wohl weniger Dramatik möglich gewesen und man hätte vielleicht festgestellt, daß doch nicht immer die Bahn an allem Schuld ist oder sie vielleicht gar nicht so teuer, unpünktlich, schmutzig was auch immer ist. Wäre ja schlimm gewesen.

So,und jetzt freue ich mich auf drei Fernverkehrsbahnfahrten in der kommenden Woche: 2 x für 29,25 € in der 1. Klasse und 1 x als Freifahrt in der 2. Klasse. Und da sage nochmal jemand die Bahn wäre teuer.

09. September 2014 von Torsten
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Geld sparen bei der Bahn mit Sparpreisen im Nahverkehr

Die Bahn bietet für ihre Fernzüge regelmäßig Sparpreise an. Die fangen bei 19 € in der 2. Klasse an und bei 29 € in der 1. Klasse. Aber, sie gelten nur bei der Nutzung von Fernverkehrszügen, also IC, EC und ICE. Was aber tun, wenn wie auf meiner des öfteren gefahrenen Route Magdeburg – Berlin nur Nahverkehrszüge (RE) verkehren? Auch dann kann man unter Umständen die günstigen Fernverkehrssparpreise nutzen.

Bleiben wir mal bei meiner Strecke Magdeburg – Berlin.
Ohne Sparpreis zahle ich mit BC25-Rabatt 21,15 € in der 2. Klasse einfache Fahrt und 33,80 € in der 1. Klasse einfache Fahrt.

Für die Hinfahrt nutze ich in diesem Fall gerne den Umweg über Stendal und fahre ab dort mit dem IC/EC über die Schnellfahrstrecke. Trotz Umstieg bin ich genauso schnell in Berlin wie auf dem direkten Wege mit dem RE. Unterschied: ich kann den Sparpreis nutzen und zahle dann in der 2. Klasse nur noch 14,25 € einfache Fahrt. In der 1. Klasse sind es zwischen 21,75 € und 26,25 €, je nachdem was verfügbar ist. Immer noch billiger als mit dem RE.

Doch wenn man zu einer Zeit fahren muß, wo diese Möglichkeit nicht besteht, was dann? Auch dann kann man Sparpreise nutzen. 😉 Man kauft sich einfach eine Fahrkarte zu einem anderen Ziel, was über euren Endbahnhof führt und ab eurem eigentlichen Endbahnhof mit einem Fernverkehrszug erreichbar ist. Auf der Bahn-Webseite kann man Zwischenbahnhöfe mit einer Aufenthaltsdauer angeben. Euer eigentlicher Endbahnhof wird dort als Zwischenstation eingetragen mit einer mehrstündigen Pause.

So fahre ich dann am Abend mit einer Fahrkarte zurück, auf der Berlin – Halle(Saale) steht und wo ich in Magdeburg 9 Stunden Aufenthalt habe. Preis: 21,75 € in der 1. Klasse, also nur 60 Cent mehr als die Nahverkehrsfahrkarte in der 2. Klasse kosten würde. Im Vergleich zur 1. Klasse mit Nahverkehrstarif liegt die Ersparnis sogar bei 12,05 €. Dafür habe ich dann im RE meine Ruhe, die 1. Klasse wird da abends auf der Langstrecke zumeist recht selten genutzt. 😉

Manchmal ist es also durchaus billiger eine Fahrkarte für eine längere Strecke zu kaufen als man eigentlich benötigt.

03. September 2014 von Torsten
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Reisen statt fahren

Auf Twitter hatten wir diskutiert, wonach man seine Fahrt auswählt. Ich erwähnte, daß ich dabei auch auf die eingesetzten Wagen achte, wenn möglich. Da das zu einigem Kopfschütteln führte, möchte ich das mal etwas näher erläutern.

Wer sich anschaut, wie ich die Bahn nutze, der wird schnell merken, daß ich häufig auf langen Strecken unterwegs bin. Das bedeutet dann schon mal 4,5, 6 oder noch mehr Stunden im Zug. Auf Strecken wie Magdeburg – Saarbrücken oder Magdeburg – Stuttgart gar nicht so unnatürlich. Wenn man einigermaßen entspannt ankommen möchte, dann ist es durchaus wichtig nicht nur auf die Fahrzeit und/oder den Preis zu achten, sondern auch mal den eingesetzten Wagenpark vorab unter die Lupe zu nehmen.

Im ICE-Verkehr hat man mit ICE 1, 2,3, T und TD nicht wirklich Auswahl – lediglich die Wahl zwischen 1. und 2. Klasse besteht und im ICE 1 zudem die Wahl zwischen Großraum und Abteilwagen. Abteilwagen hat da durchaus seine Vorteile, wenn man sich das Abteil nicht gerade mit ner Familie mit drei kleinen Kindern teilen muß. 😉

Aber halt, etwas mehr Auswahl hat man schon, nämlich auf der Route Berlin – Nürnberg – München. Da gibt es täglich ein Zugpaar mit der Zugnummer 100X (X durch andere Ziffer ersetzen). Dieses Zugpaar besteht aus dem Wagenpark des ex-Metropolitan und der hat eine recht edle Ausstattung. Wer also auf der Strecke unterwegs ist (morgens Berlin – München / nachmittags München – Berlin) und seine Fahrzeiten variabel planen kann, der sollte sich unbedingt für dieses Zugpaar entscheiden. Es lohnt sich definitiv.

Auch im Bereich der EC-Züge kann man so manches Schmankerl erleben. Hier ist die 1. Klasse Business in den Wagen der ÖBB sehr positiv hervorzuheben. Das ist ein Abteilbereich der pro Abteil nur vier anstelle normal sechs Sitzplätze beherbergt. Auch hier sehr bequeme Sitze mit Lederbezug.

Für mich bedeutet Bahn fahren nicht nur einfach von A nach B zu kommen, ich möchte die Strecke auch entspannt zurücklegen. Möchte am Ziel ankommen und nicht total gerädert sein. Daher macht es durchaus Sinn vorab zu prüfen welche Route man nimmt, welchen Wagenpark und ggf. auch welche Wagenklasse.

Vor kurzem kam ich von Darmstadt zurück nach Magdeburg nach zwei Tagen Barcamp. Route 1 war mit einmal Umsteigen und etwas mehr als eine Stunde kürzer als Route 2, die dafür ohne Umsteigen war.

Ich hab die zweite Route genommen, fuhr in einem nicht modernisierten 1. Klasse-Abteilwagen, machte die Armlehnen hoch und hatte so eine bequeme Liegefläche (und zudem das Abteil für mich alleine). Ich wusste allerdings, daß auf der Route 2 im Bereich der 1. Klasse nichtmodernisierte Abteilwagen zum Einsatz kamen, wodurch meine Entscheidung entsprechend beeinflusst wurde.

Auf den eingesetzten Wagenpark zu achten, kann also durchaus sinnvoll bei der Auswahl seiner Reiseroute sein und zur Entspannung beitragen.

10. Januar 2014 von Torsten
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Verspätung – aufregen nützt nichts

Am Sonnabend war ich in Freiberg, Freunde besuchen. Das ganze diente auch dazu noch paar Statuspunkte zu sammeln, damit ich endlich den BahnComfort-Status erreiche. 😉 Da ich von Bauarbeiten um Dresden wusste, hatte ich mich vorab schon mal informiert welche Alternativen es bei der Rückfahrt gibt, falls die 11 Minuten Umsteigezeit nicht ausreichen sollten.

Daß das richtig war, bemerkte ich bereits bei der Hinfahrt. Bis kurz vor Dresden war der IC 2233 auf die Minute pünktlich, kam dann jedoch nicht in den Hbf rein und bekam so knapp 15 Minuten Verspätung aufgebrummt und das wenige Kilometer vor dem Endbahnhof des Zuges.

Bei der Rückfahrt beobachtete ich den Fahrtverlauf des RE aus Nürnberg nach Dresden schon vorab genau via DB Navigator-App. Da bei Zwickau auch Bauarbeiten mitsamt Umleitung waren, kam es auch hier zu Verspätungen. Und so kam es wie es kommen musste: ich kam mit +16 Minuten in Dresden Hbf an und mein Anschlußzug nach Magdeburg war fünf Minuten vorher abgefahren. Was mir von vornherein klar war, egal welchen Zug ich nun nehme, ich werde gut drei Stunden später daheim sein. Sonnabends ist am Abend die Verbindung Dresden – Magdeburg wirklich eher suboptimal, aber damit musste ich nun leben.

Und jetzt kommts. Ja, ich hätte mich lauthals aufregen können, aber das hätte an der Gesamtsituation nichts geändert. Ich ging ins Reisezentrum und gleich an den 1. Klasse-Schalter, bekam meine Zugbindung aufgehoben und die Fahrkarte für die route über Berlin freigegeben. Die für mich bequemste Verbindung war nun die mit EC 172 „Vindobona“ bis Berlin Hbf und weiter mit RE 18134 bis Magdeburg.

Mein Glück: der EC 172 bestand komplett aus Wagen der ÖBB. Die 1. Klasse dort ist mega bequem. Aufgrund der Bauarbeiten hatte der Zug zwar bei Ankunft in Berlin auch 15 Minuten Verspätung, störte mich aber nicht. Ich hatte in Berlin genug Zeit zum Umsteigen. Stattdessen habe ich in Dresden und Berlin die freie Zeit genutzt und es mir in der jeweiligen DB Lounge bequem gemacht.

Sonntag ging es dann morgens in Magdeburg ins Reisezentrum und dort gab ich mein Fahrgastrechteformular ab und bekam binnen weniger Minuten meine Erstattung ausgezahlt. Alles verlief auch hier freundlich.

Gut, ich wäre auch lieber am Abend zuvor drei Stunden früher daheim gewesen, es ließ sich aber nun mal nicht ändern. Warum hätte ich da die Bahnmitarbeiter vollnölen sollen? Ich wäre nicht schneller am Ziel gewesen. Ich denke die Bahnmitarbeiter würden sich freuen, wenn die Fahrgäste immer so gelassen reagieren würden. Denn eines ist klar: so wie man selbst auf die Bahnmitarbeiter zugeht, so ist auch die Reaktion. Die Bahnmitarbeiter in den Reisezentren waren total freundlich, ob sie das auch gewesen wären wenn ich mich aufgeregt hätte, weiß ich nicht.

Außerdem sage ich immer: „Ich freue mich wenn ein Zug Verspätung hat. Wenn ich mich nämlich nicht freue, hat er auch Verspätung.“ 😉

11. November 2013 von Torsten
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Unterwegs im ICE 90 – 03.11.2013

Rückfahrt vom Barcamp Nürnberg. Bei der Ankunft auf dem Hauptbahnhof stand der ICE 90 bereits mit +5 Minuten Verspätung an der Anzeigentafel. Also hatte ich noch Zeit und ging erstmal in die Lounge. Da warf ich dann einen Blick in die DB Navigator-App und siehe da, eine Meldung bezüglich meines ICE 90. Der Zug verkehrte heute nur mit einem Zugteil, Mitfahrt in dem Zug sei nicht garantiert. Also dann mal zum Bahnsteig hoch und der stand bereits voller Menschen. Tatsächlich kam der ICE 90 mit +5 in Nürnberg Hbf an und hatte noch einen anderen ICE außerplanmäßig mit im Schlepp, der dann dort abgekuppelt werden sollte.

Zuerst einmal aber einsteigen. Natürlich hat sich niemand dafür interessiert, wo auf dem Zugzielanzeiger die 1. und die 2. Klasse angeschrieben waren und so begann ein hektisches Hin und Her. Ich stand fast passend und war überrascht wie volles auch bereits in der 1. klasse war. also schnell einsteigen und einen der letzten freien Plätze ergattern, die es im Endwagen noch gab.

Inzwischen wurde es immer voller und irgendwann stieg noch eine Reisegruppe mit Rentnern in die 1. Klasse ein. Die hatten nur ein Problem: es gab für sie nicht mehr genügend Sitzplätze. Für mich wieder so ein Unding: müssen solche Rentnergruppen ihre Ausflüge unbedingt auf einen Sonntagabend legen, wo die Fernzüge erfahrungsgemäß eh mit Fernpendlern mehr als gut gefüllt sind? Als Rentner ist man doch viel flexibler als Berufstätige und kann seine Reisen entsprechend auf Tage legen, wo die Züge nicht überfüllt sind.

Aber dazu später noch was. Erstmal ging es darum, daß wir nicht ausfahren konnten. Laut Ansage gab es wohl einen Stromausfall im Zug, dann lag es wohl aber (auch) an den Problemen die beiden ICE zu trennen. Das gelang dann wohl einem der Lokführer nur mit Gewaltanwendung. Mit +15 ging es dann ungefähr los.

Hinter Würzburg kam dann die Fahrkartenkontrolle. Der Reiseleiter der Rentnergruppe regte sich fürchterlich auf, warum man nicht einen weiteren Zug angehängt habe usw. Scheinbar hatten sie für den fehlenden Zugteil eine Reservierung gehabt. Die war nun hinfällig und die Zugbegleiterin konnte auf der Fahrkarte nur bestätigen, daß dieser Zugteil fehle und sich der Reiseleiter wohl die Reservierungsentgelt wiedergeben lassen könne. Der aber war damit nicht zufrieden und laberte ewig auf die beiden Zugbegleiterinnen ein. In dem Moment war ich froh, nicht an deren Stelle zu sein. Ich weiß nicht was ich dem an den Kopf geworfen hätte.

Irgendwann näherten wir uns Hannover. In Kassel-Wilhelmshöhe hatte der Zug noch +20 Minuten Verspätung gehabt. Planmäßig war die Ankunft wohl für 20.32 Uhr vorgesehen und jeder normaldenkende Mensch weiß, daß man dann wohl nicht pünktlich in Hannover sein wird. Doch schon kurz vor der planmäßigen Ankunftszeit machten sich die Rentner fertig und stellten sich dann brav im Gang auf. Wir erreichten Hannover dann übrigens um 20.53 Uhr. ^^ Ohne Grund 20 Minuten im Gang zu stehen war plötzlich für keinen Rentner zu viel, vorher gabs noch Gezeter wegen des fehlenden Zugteils und weil nicht alle nen Sitzplatz bekamen. Ich blieb dann bis 3-4 Minuten vor Ankunft sitzen und war dennoch einer der ersten die den Zug verließen.

Fazit: Mit Rentnern in einem Zug kann schon anstrengend sein.

05. November 2013 von Torsten
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Unterwegs im ICE 881 – 30.06.2013

Auf der Rückfahrt von Lübeck zwischen Lüneburg und Uelzen den ICE 881 genutzt. Der kommt von Hamburg und fährt nach München. Das auch noch an einem Sonntag, wo naturgemäß viele Wochenendpendler unterwegs sind.

Im Zug auch eine Mutter mit zwei Kindern, eines davon in einem Buggy, das andere ca. 6 Jahre alt.

Da standen sie nun und hatten keinen Sitzplatz und die Mutter meinte nur zu ihren Kindern „wer hätte denn gedacht, daß der Zug so voll ist“. Nunja, der gesunde Menschenverstand hätte einem das verraten können, auch wenn man selten mit dem Zug fährt. Unabhängig davon würde ich mit Kindern IMMER das Geld für eine Sitzplatzreservierung ausgeben. Die Gefahr keinen Sitzplatz zu bekommen wäre mir da viel zu groß.

Ich selbst hatte drauf verzichtet, da ich den ICE nur ne Viertelstunde lang nutzte und da konnte ich dann auch mal ohne Sitzplatz auskommen.

05. Juli 2013 von Torsten
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Unterwegs im IC 1913 – 08.03.2013

Freitag, 08.03.2013 – Auf dem Weg zum Barcamp Ruhr nach Essen. Unterwegs in Hannover Zwischenstop auf der Cebit gemacht und dann weiter gefahren. Ab Hannover hatte ich mich für den als Zusatzzug verkehrenden IC 1913 (Berlin Südkreuz – Köln Hbf) entschieden.

Nach dem Einstieg der erste Schock, der Zug bestand aus alten IR-Wagen, es gab also keine Steckdosen. Bequem saß ich dennoch. Besetzt war der Zug auch ganz gut.

Das außergewöhnliche, im positiven Sinne wohlgemerkt, war das Zugpersonal. Die beiden Zugbegleiter waren total lustig drauf, auch bei der Fahrkartenkontrolle und ihr kölscher Dialekt war nicht zu überhören. Das führte dann besonders bei den Durchsagen für Schmunzler bei den Fahrgästen, wenn es denn hieß: „Wir bejrüßen Sie im IC auf der Fahrt nach Kölle.“ oder auch „Sie haben Anschluß an das Rejionalbähnschen nach…“ und natürlich die freundliche Verabschiedung mit „Mache et jut…“.

Das hat doch was, da musste selbst der neben mir sitzende Düsseldorfer schmunzeln.

Ich fände es gut, wenn das Zugbegleitpersonal immer so locker drauf wäre, mit ein paar frischen Sprüchen für Erheiterung sorgt und gerne auch Dialekt spricht.

09. März 2013 von Torsten
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Unterwegs im ICE 70 – 15.02.2013

Freitag, 15.02.2013 – Ich bin auf dem Heimweg von einem Kundentermin in Frankfurt/Main. Knapp 45 vor meinem ICE sollte der ICE 276 nach Berlin fahren, der aufgrund eines Schadens am Triebzug ab Frankfurt allerdings ersatzlos ausfiel. Dementsprechend war der ICE 70 dann sehr gut gefüllt, da Reisende nach Kassel, Göttingen und Berlin nun bei mir im ICE 70 mitfuhren.

In solchen Momenten bin ich dann froh mir die 4 Euro einer Sitzplatzreservierung zu gönnen. Und da waren sie dann wieder, die Laienbahnfahrer, die sich mit ihren zig Koffern durch die Gänge quälten und Ausschau hielten ob sie nicht doch noch irgendwo einen freien Sitzplatz ohne Reservierung ergattern können. Dann am besten noch im Gang stehen bleiben und rumdiskutieren, während vor und hinter ihnen sich die Leute stauen. Immer wieder ein herrliches Bild, während man selbst bereits auf seinem reservierten Platz sitzt, weil man vorab geschaut hat wo der jeweilige Wagen hält und sich entsprechend positioniert hat.

Während einige dann auf nicht für sie reservierten Plätzen Platz nahmen und dann schon wenige Minuten wieder aufstehen durften, hatten andere etwas mehr Glück.

Darunter war auch eine junge Frau aus Südeuropa. Sie telefonierte zwischen Frankfurt und Göttingen mehrmals in einer mir nicht bekannten Sprache. Der Hammer war als sie dann während eines Telefonats auch noch anfing zu singen. Wir schauten uns alle nur noch entgeistert an. Hat sie aber anscheinend nicht gestört. Zum Glück musste sie in Göttingen ihren Platz räumen, weil der für wen anderen reserviert war. So hatte ich wenigstens zwischen Göttingen und Hannover noch etwas Ruhe gehabt.

Telefonieren im Zug ist ja kein Problem, aber warum in einer Lautstärke, daß der gesamte Wagen etwas davon hat? Und warum muß man dann auch noch unbedingt singen?

Ansonsten muß man aber auch mal wieder die Bahn loben. Das Zugpersonal hatte alles souverän im Griff und mein ICE war, wie auch alle anderen an diesem Tag genutzten Züge, auf die Minute pünktlich.

16. Februar 2013 von Torsten
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Im RE50 „Saxonia“ – mitdenkendes Bahnpersonal

Gestern war ich mit dem Sachsen-Anhalt-Ticket von Magdeburg über Leipzig nach Dresden und zurück gefahren. Zwischen Leipzig und Dresden verkehren seit kurzem Triebwagen der Reihe 442 als Regionalexpress, zuvor fuhren dort Doppelstockzüge.

Der Zug um 08.03 Uhr ab Leipzig bestand aus einer dreiteiligen Einheit und war bereits ab Leipzig Hbf sehr gut besetzt. Es gab nur noch sehr wenige freie Sitzplätze.

Irgendwo unterwegs, war glaube in Wurzen oder kurz dahinter, waren wohl ein paar ältere Leute zugestiegen. Die standen dann wohl sitzplatzlos rum. Die Zugbegleiterin sah das während der Fahrkartenkontrolle, schaute wo es noch ein paar freie Sitzplätze gab und führte die drei Leutchen dann zu den entsprechenden Sitzplätzen. So brauchten die dann die restliche lange Strecke bis Dresden nicht zu stehen. Wäre auch wirklich nicht sehr prickelnd gewesen.

Ich hatte so etwas noch nie vorher erlebt und war positiv überrascht. Das ist für mich echter Kundenservice. Vermutlich versuchen die Personale damit das wieder gutzumachen, was die zuständige Nahverkehrsgesellschaft durch den Einsatz der Triebwagen versaut hat, denn letztere sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei und für diese Strecke teilweise unterdimensioniert in Bezug auf den zur Verfügung stehenden Platz.

Ich fände es übrigens toll, wenn das Bahnpersonal immer so mitdenken würde.

10. Februar 2013 von Torsten
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Unterwegs im ICE 947 – 19.01.2013

Sonnabend, 19.01.2013 – Ich komme gerade von der imm cologne zurück und nutze zwischen Köln und Wolfsburg den ICE 947. Der Zug ist recht gut besetzt. Irgendwo hinter Köln steigt eine junge Frau ein und setzt sich an die Tischgruppe neben mir.

Irgendwann dann die Frage an mich „Das Internet hier im Zug ist doch kostenlos, oder?“ Ich: „Nur wenn man einen entsprechenden Telekomtarif besitzt.“ Sie darauf „Ach, ich dachte das ist im Fahrpreis gleich mit drinnen.“ Anscheinend hat wohl nach der Anschaffung von iPhone und Macbook das Geld dann doch nicht mehr für einen entsprechenden Tarif gereicht. 😉

Irgendwann dann zwischen Bielefeld und Hannover. Die Zugbegleiterin kontrolliert gerade die Fahrkarten. Da kommt plötzlich aus einem anderen Wagen eine Frau mit ner Gitarre o.ä. auf dem Rücken. „Das ist eine Abzocke hier!“ ruft sie und postiert sich vor der verblüfften Zugbegleiterin auf. „Ich musste 8,90 € nachzahlen und auf der Fahrkarte steht jetzt gar kein City-Ticket drauf und ihr Kollege weigert sich das zu ändern.“ Die Zugbegleiterin wusste gar nicht worum es ging und war wohl auch erstmal ob des verbalen Überfalls überrascht. Die Frau laberte noch bissel rum und ging dann weiter mit den Worten „Und einen Sitzplatz findet man hier auch nicht. Soll mich wohl auf den Fußboden setzen!“. Allerdings waren durchaus noch Plätze frei, was ihr die Zugbegleiterin auch nach rief, doch die derart in Rage befindliche Frau reagierte gar nicht mehr drauf. Der halbe Wagen schüttelte nur mit dem Kopf.

Eigentlich hätte das ja genügt für eine Fahrt, aber kurz hinter Hannover ging es weiter. Ein anderer Schaffner kam gerade durch. Eine ältere Frau, also auf jeden Fall Ü50, sprach ihn an: „Herr Schaffner, hier ist es so warm drinnen. Das ist doch nicht normal. Könnten sie mal schauen wie ihre Klimaanlage eingestellt ist?“. Der Schaffner meinte: „Die dürfte auf 23 Grad stehen, aber ich schaue gerne noch einmal nach.“ Wenige Minuten später kam er wieder und meinte: „Es sind 22,2 Grad. Wobei es durchaus sein kann, daß es in einzelnen Bereichen ein klein wenig drüber oder drunter liegt.“ Die Dame: „Hier schwitzt man so sehr.“ Der Schaffner darauf: „Aber sie haben ja auch noch eine Jacke drüber. Ziehen Sie die doch aus.“ Darauf die Dame: „Na dann friere ich ja.“ Alle drumherum mussten sich anstrengen nicht laut loszulachen. Der Schaffner konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und meinte: „Ach, dann frieren sie. Na dann kann es aber so warm auch wieder nicht hier im Wagen sein.“

Kurze Zeit später, nämlich in Wolfsburg, verließ die Dame gemeinsam mit ihrem Mann auch den Zug.

22. Januar 2013 von Torsten
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