Im RE50 „Saxonia“ – mitdenkendes Bahnpersonal

Gestern war ich mit dem Sachsen-Anhalt-Ticket von Magdeburg über Leipzig nach Dresden und zurück gefahren. Zwischen Leipzig und Dresden verkehren seit kurzem Triebwagen der Reihe 442 als Regionalexpress, zuvor fuhren dort Doppelstockzüge.

Der Zug um 08.03 Uhr ab Leipzig bestand aus einer dreiteiligen Einheit und war bereits ab Leipzig Hbf sehr gut besetzt. Es gab nur noch sehr wenige freie Sitzplätze.

Irgendwo unterwegs, war glaube in Wurzen oder kurz dahinter, waren wohl ein paar ältere Leute zugestiegen. Die standen dann wohl sitzplatzlos rum. Die Zugbegleiterin sah das während der Fahrkartenkontrolle, schaute wo es noch ein paar freie Sitzplätze gab und führte die drei Leutchen dann zu den entsprechenden Sitzplätzen. So brauchten die dann die restliche lange Strecke bis Dresden nicht zu stehen. Wäre auch wirklich nicht sehr prickelnd gewesen.

Ich hatte so etwas noch nie vorher erlebt und war positiv überrascht. Das ist für mich echter Kundenservice. Vermutlich versuchen die Personale damit das wieder gutzumachen, was die zuständige Nahverkehrsgesellschaft durch den Einsatz der Triebwagen versaut hat, denn letztere sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei und für diese Strecke teilweise unterdimensioniert in Bezug auf den zur Verfügung stehenden Platz.

Ich fände es übrigens toll, wenn das Bahnpersonal immer so mitdenken würde.

Unterwegs im ICE 947 – 19.01.2013

Sonnabend, 19.01.2013 – Ich komme gerade von der imm cologne zurück und nutze zwischen Köln und Wolfsburg den ICE 947. Der Zug ist recht gut besetzt. Irgendwo hinter Köln steigt eine junge Frau ein und setzt sich an die Tischgruppe neben mir.

Irgendwann dann die Frage an mich „Das Internet hier im Zug ist doch kostenlos, oder?“ Ich: „Nur wenn man einen entsprechenden Telekomtarif besitzt.“ Sie darauf „Ach, ich dachte das ist im Fahrpreis gleich mit drinnen.“ Anscheinend hat wohl nach der Anschaffung von iPhone und Macbook das Geld dann doch nicht mehr für einen entsprechenden Tarif gereicht. 😉

Irgendwann dann zwischen Bielefeld und Hannover. Die Zugbegleiterin kontrolliert gerade die Fahrkarten. Da kommt plötzlich aus einem anderen Wagen eine Frau mit ner Gitarre o.ä. auf dem Rücken. „Das ist eine Abzocke hier!“ ruft sie und postiert sich vor der verblüfften Zugbegleiterin auf. „Ich musste 8,90 € nachzahlen und auf der Fahrkarte steht jetzt gar kein City-Ticket drauf und ihr Kollege weigert sich das zu ändern.“ Die Zugbegleiterin wusste gar nicht worum es ging und war wohl auch erstmal ob des verbalen Überfalls überrascht. Die Frau laberte noch bissel rum und ging dann weiter mit den Worten „Und einen Sitzplatz findet man hier auch nicht. Soll mich wohl auf den Fußboden setzen!“. Allerdings waren durchaus noch Plätze frei, was ihr die Zugbegleiterin auch nach rief, doch die derart in Rage befindliche Frau reagierte gar nicht mehr drauf. Der halbe Wagen schüttelte nur mit dem Kopf.

Eigentlich hätte das ja genügt für eine Fahrt, aber kurz hinter Hannover ging es weiter. Ein anderer Schaffner kam gerade durch. Eine ältere Frau, also auf jeden Fall Ü50, sprach ihn an: „Herr Schaffner, hier ist es so warm drinnen. Das ist doch nicht normal. Könnten sie mal schauen wie ihre Klimaanlage eingestellt ist?“. Der Schaffner meinte: „Die dürfte auf 23 Grad stehen, aber ich schaue gerne noch einmal nach.“ Wenige Minuten später kam er wieder und meinte: „Es sind 22,2 Grad. Wobei es durchaus sein kann, daß es in einzelnen Bereichen ein klein wenig drüber oder drunter liegt.“ Die Dame: „Hier schwitzt man so sehr.“ Der Schaffner darauf: „Aber sie haben ja auch noch eine Jacke drüber. Ziehen Sie die doch aus.“ Darauf die Dame: „Na dann friere ich ja.“ Alle drumherum mussten sich anstrengen nicht laut loszulachen. Der Schaffner konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und meinte: „Ach, dann frieren sie. Na dann kann es aber so warm auch wieder nicht hier im Wagen sein.“

Kurze Zeit später, nämlich in Wolfsburg, verließ die Dame gemeinsam mit ihrem Mann auch den Zug.