Reisen statt fahren

Auf Twitter hatten wir diskutiert, wonach man seine Fahrt auswählt. Ich erwähnte, daß ich dabei auch auf die eingesetzten Wagen achte, wenn möglich. Da das zu einigem Kopfschütteln führte, möchte ich das mal etwas näher erläutern.

Wer sich anschaut, wie ich die Bahn nutze, der wird schnell merken, daß ich häufig auf langen Strecken unterwegs bin. Das bedeutet dann schon mal 4,5, 6 oder noch mehr Stunden im Zug. Auf Strecken wie Magdeburg – Saarbrücken oder Magdeburg – Stuttgart gar nicht so unnatürlich. Wenn man einigermaßen entspannt ankommen möchte, dann ist es durchaus wichtig nicht nur auf die Fahrzeit und/oder den Preis zu achten, sondern auch mal den eingesetzten Wagenpark vorab unter die Lupe zu nehmen.

Im ICE-Verkehr hat man mit ICE 1, 2,3, T und TD nicht wirklich Auswahl – lediglich die Wahl zwischen 1. und 2. Klasse besteht und im ICE 1 zudem die Wahl zwischen Großraum und Abteilwagen. Abteilwagen hat da durchaus seine Vorteile, wenn man sich das Abteil nicht gerade mit ner Familie mit drei kleinen Kindern teilen muß. 😉

Aber halt, etwas mehr Auswahl hat man schon, nämlich auf der Route Berlin – Nürnberg – München. Da gibt es täglich ein Zugpaar mit der Zugnummer 100X (X durch andere Ziffer ersetzen). Dieses Zugpaar besteht aus dem Wagenpark des ex-Metropolitan und der hat eine recht edle Ausstattung. Wer also auf der Strecke unterwegs ist (morgens Berlin – München / nachmittags München – Berlin) und seine Fahrzeiten variabel planen kann, der sollte sich unbedingt für dieses Zugpaar entscheiden. Es lohnt sich definitiv.

Auch im Bereich der EC-Züge kann man so manches Schmankerl erleben. Hier ist die 1. Klasse Business in den Wagen der ÖBB sehr positiv hervorzuheben. Das ist ein Abteilbereich der pro Abteil nur vier anstelle normal sechs Sitzplätze beherbergt. Auch hier sehr bequeme Sitze mit Lederbezug.

Für mich bedeutet Bahn fahren nicht nur einfach von A nach B zu kommen, ich möchte die Strecke auch entspannt zurücklegen. Möchte am Ziel ankommen und nicht total gerädert sein. Daher macht es durchaus Sinn vorab zu prüfen welche Route man nimmt, welchen Wagenpark und ggf. auch welche Wagenklasse.

Vor kurzem kam ich von Darmstadt zurück nach Magdeburg nach zwei Tagen Barcamp. Route 1 war mit einmal Umsteigen und etwas mehr als eine Stunde kürzer als Route 2, die dafür ohne Umsteigen war.

Ich hab die zweite Route genommen, fuhr in einem nicht modernisierten 1. Klasse-Abteilwagen, machte die Armlehnen hoch und hatte so eine bequeme Liegefläche (und zudem das Abteil für mich alleine). Ich wusste allerdings, daß auf der Route 2 im Bereich der 1. Klasse nichtmodernisierte Abteilwagen zum Einsatz kamen, wodurch meine Entscheidung entsprechend beeinflusst wurde.

Auf den eingesetzten Wagenpark zu achten, kann also durchaus sinnvoll bei der Auswahl seiner Reiseroute sein und zur Entspannung beitragen.

Über Torsten

Social Media-Enthusiast, Hobbyfotograf, Barcamper und Bahnfahrer aus Magdeburg. Ich bin auch bei Google+ zu finden.

10. Januar 2014 von Torsten
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